Die Pilotstudie zu den fürsorgerischen Zwangsmassnahmen in Stäfa liegt gedruckt vor. Sie zeigt, was die Archive über die Praxis der Fürsorge im vergangenen Jahrhundert preisgeben, und bildet die Grundlage des laufenden Forschungsprojekts «Stäfa versorgt».
Die gedruckte Broschüre unserer Pilotstudie kann auf der Gemeindeverwaltung Stäfa kostenlos bezogen werden.
Die Pilotstudie bildet die Grundlage des laufenden Forschungsprojekts «Stäfa versorgt». Sie hat untersucht, welche Quellen zu fürsorgerischen Zwangsmassnahmen in Stäfa überhaupt vorhanden sind, und gibt einen ersten Eindruck vom Material, das in den Archiven liegt.
Einwohner aussortieren
Fürsorgerische Zwangsmassnahmen in Stäfa von 1912 bis 1981.
Broschur
2023. 70 Seiten
ISBN 978-3-033-10138-8 Gratis
Ein Blick in die Archive zeigt, dass in Stäfa vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine verhältnismässig frühe und vielfältige Heimlandschaft mit eher kleinen Institutionen existierte. Diese sind noch kaum erforscht, obwohl entsprechende Quellen in verschiedenen Archiven zur Verfügung stehen. Die relativ gute Aktenlage im Gemeindearchiv belegt zudem, dass Stäfa kein Sonderfall im kantonsweiten Vergleich war, was die Praxis fürsorgerischer Massnahmen betrifft. Als zu Beginn des Untersuchungszeitraums relativ kleine Landgemeinde hat sie mit den gleichen Worten und Massnahmen gegen «Trunksucht» und «ausschweifenden Lebenswandel» gekämpft, wie dies andernorts der Fall war. Sie hat damit erheblich zur Stigmatisierung von Menschen und Milieus beigetragen, die als «arm», «liederlich» und «arbeitsscheu» galten und damit von einer starren Norm abzuweichen schienen. Die Sorge darum, dass diese Menschen der Gesellschaft zur Last fallen könnten, war allgegenwärtig. An diesen Befunden setzt das Forschungsprojekt «Stäfa versorgt» an.