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Geschichten von Fürsorge und Zwang in Stäfa

Wie ging man in Stäfa mit Menschen um, die wegen ihres Alters, ihrer Lebenweise, ihrer Krankheiten oder schlicht aufgrund «schwieriger» Familienverhältnisse in den Blick staatlicher Fürsorge gerieten?

Die Geschichte der sozialen Fürsorge ist immer auch eine Geschichte von Zwang und Erziehung. Der Aus- und Einschluss von Menschen prägte das 20. Jahrhundert und auch heute stehen Fürsorgeleistende vor der Frage nach dem ausgeglichenen Mass an Eingriff in Persönlichkeits- und Freiheitsrechte. Dass in der Schweiz im 20. Jahrhundert tausende von Personen ohne Gerichtsverfahren für Jahre weggesperrt wurden, ist seit längerem bekannt. Doch die Geschichte der Fürsorge ist vielfältiger. Fürsorge betrifft das ganze Leben vom Säuglings- bis ins Seniorenalter.

Stäfa möchte mit diesem Forschungs- und Vermittlungsprojekt Licht ins dunkle Archiv bringen.

Die Akten zeigen die Sicht der Behörden. Wie es den Menschen erging, über die entschieden wurde, steht darin selten und wie diejenigen den Alltag erlebten, die in Fürsorge, Heimen und Behörden gearbeitet haben, ebenso wenig. Wir hören Ihnen zu.

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Versorgen ist nicht gleich versorgen.

«Das Mädchen, das von den Eltern als einziges Kind von jeher mit grosser Schwäche behandelt worden war, ist auf schiefe Bahn geraten, zieht Herren nach, & hat sich einmal wenigstens bereits mit einem solchen intim eingelassen, Neben Eitelkeit ist der Hang zum Herumvagieren & geringe Arbeitsfreudigkeit vorhanden, sowie Neigung zum Lügen, & zum Verkehr mit Männern.»

Berta H. (15) aus Zürich
kam ins Mädchenheim in Stäfa