Bilder von Fürsorge und Zwang
Die Geschichte der sozialen Fürsorge ist eine bildarme Geschichte. Die raren Aufnahmen zeugen von vielen Leben in enger Norm und Reinlichkeitsvorstellungen vergangener Tage.
Die Geschichte der sozialen Fürsorge ist immer auch eine Geschichte von Zwang und Erziehung. Der Aus- und Einschluss von Menschen prägte das 20. Jahrhundert und auch heute stehen Fürsorgeleistende vor der Frage nach dem ausgeglichenen Mass an Eingriff in Persönlichkeits- und Freiheitsrechte. Dass in der Schweiz im 20. Jahrhundert tausende von Personen ohne Gerichtsverfahren für Jahre weggesperrt wurden, ist seit längerem bekannt. Doch die Geschichte der Fürsorge ist vielfältiger. Fürsorge betrifft das ganze Leben vom Säuglings- bis ins Seniorenalter.
Stäfa möchte mit diesem Forschungs- und Vermittlungsprojekt Licht ins dunkle Archiv bringen.
Die Akten zeigen die Sicht der Behörden. Wie es den Menschen erging, über die entschieden wurde, steht darin selten und wie diejenigen den Alltag erlebten, die in Fürsorge, Heimen und Behörden gearbeitet haben, ebenso wenig. Wir hören Ihnen zu.
Kontakt aufnehmenDie Geschichte der sozialen Fürsorge ist eine bildarme Geschichte. Die raren Aufnahmen zeugen von vielen Leben in enger Norm und Reinlichkeitsvorstellungen vergangener Tage.
Im Mädchenheim an der Seestrasse wurden bis 1955 Zürcherinnen versorgt. Es gibt Berichte von Gewalt und Missbrauch.
Der Betrieb des Dorinastifts wurde zu einem grossen Teil durch die Arbeit der jungen Frauen finanziert.
Das Schulheim in Redlikon diente im 20. Jahrhundert zur Versorgung schulpflichtiger Kinder.
Schon um 19. wurde es als Kinderheim hoch über Stäfa gegründet.
Das gemeindeeigene Waisenhaus auf dem Mühlehölzli wurde bis 1933 betrieben.
Ende der 40er-Jahre wurde schliesslich das Kinderheim über dem Lattenberg eingerichtet.
«Das Trotzköpfchen mit stark erotischer Veranlagung macht in Privatfamilie zu viel Mühe, ist aber durchaus ehrlich, auch fleissig, dabei leicht vergesslich, & hat immer gern das letzte Wort. Doch werden unter konsequenter Leitung diese Charakterfehler bald ausgeglichen. Vorliebe für den Schneiderberuf.»
Lydia B. (16) aus Zürich
kam ins Mädchenheim in Stäfa