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Geschichten von Fürsorge und Zwang in Stäfa

Wie ging man in Stäfa mit Menschen um, die wegen ihres Alters, ihrer Lebenweise, ihrer Krankheiten oder schlicht aufgrund «schwieriger» Familienverhältnisse in den Blick staatlicher Fürsorge gerieten?

Die Geschichte der sozialen Fürsorge ist immer auch eine Geschichte von Zwang und Erziehung. Der Aus- und Einschluss von Menschen prägte das 20. Jahrhundert und auch heute stehen Fürsorgeleistende vor der Frage nach dem ausgeglichenen Mass an Eingriff in Persönlichkeits- und Freiheitsrechte. Dass in der Schweiz im 20. Jahrhundert tausende von Personen ohne Gerichtsverfahren für Jahre weggesperrt wurden, ist seit längerem bekannt. Doch die Geschichte der Fürsorge ist vielfältiger. Fürsorge betrifft das ganze Leben vom Säuglings- bis ins Seniorenalter.

Stäfa möchte mit diesem Forschungs- und Vermittlungsprojekt Licht ins dunkle Archiv bringen.

Wir laden Sie dazu ein, Ihre Geschichten zu erzählen, Ihre Sicht der Dinge zu schildern.

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Versorgen ist nicht gleich versorgen.

«Da Lina zu Hause zu wenig Aufsicht hatte, & ausgeprägten Hang zum Lügen zeigte, verlangte der Beistand, Herr Ernst Sigg, auf Ende Oktober 1924 Fremdversorgung in Dachelsen. Dort kamen wiederholt Diebereien vor, die aber Linda jeweils hartnäckig bestritt. Die Pflegeeltern verlanten sofortige Abholung des Kindes. An Rückgabe an die Eltern ist nicht zu denken, denn diese leben getrennt, & gehen beide ihrem Beruf nach; zudem haben sie zu wenig Verständnis für die nicht leichte Aufgabe seiner Erziehung»

Lina B. (13) aus Zürich
kam ins Mädchenheim in Stäfa